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Von der Scope_07, Christian Mertens (Gothaer Versicherung) über den Unterschied, der einen Unterschied macht.

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Randolph Preisinger-Kleine Comment by Randolph Preisinger-Kleine on December 18, 2008 at 11:03pm
Es fällt auf, daß die Beziehung zwischen informellem und formalem Lernen im Beitrag von Christian Mertens in die Nähe eines Theorie-Praxis-Verhältnisses gerückt wird, mit einer eher traditionellen Differenzierung zwischen Erfahrungswissen und begrifflich vermitteltem Reflexionswissen. Folgt man dieser Zuordnung, lässt sich sicher vieles was hier gesagt wird unterschreiben - aber eben nur dann.

Ich will ja gar nicht behaupten, daß es nicht interessant wäre, Veränderungen im Verhältnis von Theorie und Praxis vor dem Hintergrund des Bedeutungszuwachses informellen Lernens nachzugehen, dann müsste man freilich die Frage anders stellen. Im Grunde wird im Beitrag von Christian Mertens jedoch implizit ein gänzlich anderes Anliegen formuliert, nämlich umgekehrt, wie informelles Lernen in Bezug auf bestehende Lernprogramme von Organisationen anschlußfähig gemacht werden kann.

Dann macht übrigens auch der Titel des Beitrags "der Unterschied, der einen Unterschied macht" Sinn, nämlich insoweit durch die Bestimmung eines Komplexitätsgefälles und entsprechender Codierung von Lernprozessen informelles Lernen für die Organisation in kausaler Hinsicht zurechenbar und handhabbar wird.

Der Beitrag von Christian Mertens ist in diesem Sinne instruktiv, beschreibt die Ziele und Zwecke informellen Lernens freilich aus der spezifischen Sicht eines Unternehmens der Versicherungswirtschaft. Nicht mehr und nicht weniger.
Matthias Rohs Comment by Matthias Rohs on February 19, 2008 at 9:32am
Wenn alles Wissen, was ich mir informell angeeignet habe (ich habe nie einen Computerkurs belegt) nicht wertschöpfend ist, frage ich mich, wofür ich bezahlt werde. Sicherlich nicht mehr für das, was ich mal an der Uni gelernt habe.
Der Zusammenhang zwischen formellen und informellem Lernen besteht dennoch, auch in dem von ihnen geschilderten Zusammenhang. Formelles Lernen ist aber nicht nur eine sinnvolle Grundlage für informelles Lernen, sondern informelles Lernen ist auch eine Grundlage für formelles Lernen. Gerade deshalb ist die die Reflexion (des informell erworbenen Erfahrungswissens) so von Bedeutung - wie sie in einer anderen Interviewsequenz betont haben.
Die Qualität des informellen Lernens ist darüber hinaus aber eine eigene. Informelles Lernen ist ein zunehmend wichtiger werdender Bestandteil moderner Aus- und Weiterbildung, weil darüber soziale Kompetenzen, als auch Erfahrungswissen generiert wird. Letzteres ist besonders in hoch komplexen Arbeitszusammenhängen notwendig, wie sie mehr und mehr das Arbeitsleben prägen.

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